"The New Pope" folgt auf "The Young Pope": Sky und HBO produzieren gemeinsam

Nach "The Young Pope" macht Paolo Sorrentino nun "The New Pope". Foto: obs / Sky Deutschland

Der kleine Mann im weißen Priester-Gewand wirkte sehr zerbrechlich. Er versank fast in den wuchtigen Polstern des Rücksitzes der Limousine. Papst Benedikt XVI. schwebte im Abstand von höchstens zwei Metern an mir vorbei. Ich weiß nicht, woher die große Anziehungskraft von Priestergewändern für das Publikum kommt.

Egal, ob Don Camillo, der sich einst mit Peppone zankte, Pater Brown, der die Mörder jagte oder alberne Nonnen, die "Um Himmels Willen" ARD-Sendezeit füllen. Pater Ralph versetzte in "Die Dornenvögel" ganze Frauen-Generationen in für mich unverständliche Begeisterung. Na und die Päpste, natürlich. "Illuminati", mehr muss ich dazu nicht sagen.

Papst Benedikt schwebte also, wie schon gesagt, an mir vorbei und ich war so schlau wie zuvor. Nur eine unglaublich dicke, bestimmt sehr, sehr sichere Glasscheibe trennte uns beide und vielleicht ist es gerade das: Die kaum überwindbare Grenze zwischen den so völlig verschiedenen Welten, in denen wir leben. Gute Filme und Serien überwinden diese Grenze und gewähren uns Einblick in diese verborgene Welt. Oder sie unterhalten uns wenigstens.

Seit dem Oktober vorigen Jahres ist "The Young Pope" bei Sky. Die zehnteilige Drama-Serie handelt von Lenny Belardo alias Papst Pius XIII., dem fiktiven ersten amerikanischen Papst der Geschichte. Dass die Wahl auf den jungen und charmanten Mann fiel, wirkt wie das Ergebnis einer einfachen aber effektiven Medien-Strategie des Konklaves. Doch der Schein kann trügen, gerade dort, wo Menschen das große Mysterium Gottes zur Richtschnur ihrer eigenen Existenz erklärt haben. Die Rede ist vom Vatikan und dem inneren Führungszirkel der katholischen Kirche.

Und wie sich herausstellt, ist der mysteriöseste und widersprüchlichste Charakter von allen Papst Pius XIII. selbst. Gleichzeitig raffiniert und naiv, altmodisch und modern, zweifelnd und entschieden, ironisch, pedantisch, verletzt und unbarmherzig, versucht er diesen für einen Menschen so unsagbar einsamen Weg als Papst zurückzulegen, um Gott für die Menschheit und für sich selbst zu finden. Und wir ahnen es: Priestergewand. Papst. "The Young Pope" fand weltweit seine Zuschauer.

Wohl deshalb und weil sie sich für ihre Produktions-Partnerschaft viel vorgenommen haben, produzieren Sky und HBO gleich weiter. Nach "The Young Pope" läuft derzeit in Italien das Casting für "The New Pope". Wieder fungiert Paolo Sorrentino als Showrunner und Regisseur und schreibt gemeinsam mit Umberto Contarello das Drehbuch.

Bis "The New Pope" dann neue Priester-Gewänder zu uns bringt: "The Young Pope" ist noch bei Sky Ticket oder Sky Go "verfügbar".

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